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Informationsblatt zum Coronavirus

-- Ursprungsversion: 15.März 2020 --


Update 05.05.2021:

- neuer Abschnitt zu den verfügbaren Impfstoffen unten angefügt

- kleinere Überarbeitungen an Inhalt und Formulierungen


Wichtig:
Im Sommer 2020 war die Zahl der Neuinfektionen mit dem neuen Coronavirus (SARS-CoV-2) zurückgegangen. Seither sind die Zahlen deutlich angestiegen und verlaufen in Wellen. Die jetzige 3. Welle ist unter anderem durch die Virusvariante B.1.1.7 entstanden – sie ist ansteckender als das bisherige Virus und führt häufiger zu schweren Erkrankungen.

Bitte denken Sie daran: eine Infektion mit dem Coronavirus könnte bei folgenden Beschwerden vorliegen: Atemwegsbeschwerden (Halsweh, Husten, Schnupfen) und/oder Fieber, Geruchs- und Geschmacksstörungen.

Was ist das Coronavirus?

Das Virus (es heißt SARS-CoV-2, die Erkrankung COVID-19) war erstmals im November 2019 in China aufgetreten. Inzwischen hat es sich weltweit verbreitet. Meist läuft die Infektion milde. Aber bis zu 15 % der Infizierten müssen ins Krankenhaus und davon ein Drittel auf die Intensivstation.

 

2-14 Tage (im Mittel 5-6 Tage) nach einer Ansteckung können Beschwerden auftreten, die stark an eine Grippe oder eine Bronchitis erinnern. Bei zwei bis drei von 10 Infizierten treten allerdings keine Beschwerden auf. Trotzdem können die Betroffenen ansteckend sein.

Bin ich am Coronavirus erkrankt?

Jede Erkrankung mit Zeichen einer Atemwegssymptomen oder Allgemeinbeschwerden (z. B. Fieber) kann eine Infektion mit SARS-CoV-2 sein, besonders wenn Sie Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten. Bleiben Sie zunächst zuhause. Bitte besprechen Sie mit Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin, ob und wo ein Test auf das Coronavirus gemacht werden sollte.

 

 

Nutzen Sie bitte folgende Kontaktmöglichkeiten:

  • Hausarztpraxis
    Bitte erst Kontakt aufnehmen per Telefon/Fax/E-Mail, um das weitere Vorgehen abzustimmen.
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst, Tel. 116 117
  • lokales Testzentrum, falls verfügbar
  • Gesundheitsamt (Suche nach PLZ)

Wichtig:

Bevor Sie eine ärztliche Praxis betreten, legen Sie bitte einen eng anliegenden (Nasenclip zusammendrücken) Mund-Nasen-Schutz an (wie beim Einkaufen), am besten eine FFP-2 Maske. 

Wer ist durch eine Infektion gefährdet?

Vor allem ältere Menschen, insbesondere mit chronischen Erkrankungen, gehören zu den Gruppen, die öfter schwere Krankheitsverläufe zeigen. Risikofaktoren für einen schweren Krankheitsverlauf sind:

  • Bluthochdruck
  • Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Erhebliches Übergewicht
  • Diabetes mellitus
  • Rauchen
  • Chronische Lungenkrankheiten (aber nicht Asthma)
  • Immunschwäche

Bei schweren Symptomen (Fieber über 38°C, Atemnot) setzen Sie sich bitte unverzüglich mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin in Verbindung, in bedrohlichen Notfällen mit dem Rettungsdienst (Tel. 112).

Wie kann ich mich und andere schützen?

Befolgen Sie die AHA-Regeln:

  • A - Abstand halten
    Wenn Sie mit Menschen aus anderen Haushalten zusammentreffen, dann nach Möglichkeit im Freien. Halten Sie grundsätzlich – vor allem in geschlossenen Räumen – einen Abstand von mindestens 1,5 m von anderen Personen ein und sorgen Sie für gute Raumlüftung. 
  • H - Hygiene
    Häufiges Händewaschen mit Wasser und Seife oder Händedesinfektion mit einem alkoholischen Gel (in Drogeriemärkten erhältlich).
    “Korrektes” Husten/Niesen mit einem Taschentuch vor Mund und Nase (danach entsorgen) oder Husten/ Niesen in den oberen Teil des Ärmels – nicht in die Hände!

  • A - Mund-Nasen-Schutz tragen
    Tragen Sie den Mund-Nase-Schutz wie vorgeschrieben: beim Einkaufen, in öffentlichen Verkehrsmitteln und auf entsprechend ausgewiesenen öffentlichen Plätzen (insbesondere bei dichter Menschenansammlung) und auch bei privaten Kontakten mit älteren und schutzbedürftigen Personen, die einer Risikogruppe angehören.
  • L - Lüften
    Je mehr Menschen sich in einem geschlossenen Raum aufhalten, desto häufiger sollte gelüftet werden (mehrmals die Stunde). Querlüften (mit Durchzug) und Stoßlüften (alle Fenster weit öffnen) schaffen einen guten Luftaustausch und kühlen den Raum nicht wesentlich ab. Gekippte Fenster sind nur im Sommer bei höheren Temperaturen wirksam.
  • C - Corona-Warn-App
    Nutzen Sie die Corona-Warn-App und teilen Sie ein ggf. positives Testergebnis. Je mehr Menschen sie nutzen, desto schneller werden Kontaktpersonen von Erkrankten darüber informiert, dass sie selbst infiziert sein könnten.
  • Wenn Sie krank sind, bleiben Sie zu Hause und holen Sie sich telefonisch/elektronisch hausärztlichen Rat ein.
  • Wurde bei Ihnen ein Test durchgeführt? Bleiben Sie bis zum Testergebnis in häuslicher Isolierung
  • War Ihr Test negativ, oder hat man bei leichten Beschwerden auf einen Test verzichtet? Bleiben Sie zu Hause, bis Sie keine Beschwerden mehr haben. Ziel ist es, andere nicht anzustecken. Bitte vermeiden Sie bei Krankheitssymptomen ganz besonders den Kontakt zu älteren Menschen und Risikopersonen.
  • Befolgen Sie bitte die für Ihre Region zusätzlich ausgesprochenen Regelungen und Empfehlungen.

Bin ich gegen das Coronavirus immun?

Nur wenn Sie nachweislich mit dem Coronavirus infiziert bzw. an COVID-19 erkrankt waren, können Sie von einer Immunität ausgehen. Es ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht bekannt, wie lange diese Immunität beim Einzelnen anhält. Die momentan verfügbaren Antikörpertests bringen keine weitere Sicherheit und sollten nicht zur Klärung der Immunität bei einzelnen Menschen eingesetzt werden. Sie machen nur im Rahmen von Studien Sinn.

 

Impfungen

Die drei in Deutschland zurzeit verwendeten Impfstoffe von Biontech/ Pfizer, Moderna und AstraZeneca sind bei der Verhinderung schwerer Verläufe ähnlich gut wirksam. Die sehr seltenen schweren Thrombosen (Gefäßverstopfungen) im Gehirn, die bei jüngeren Menschen nach einer AstraZeneca-Impfung aufgetreten sind, treten bei Menschen, die 60 Jahre alt und älter sind, nicht gehäuft auf. Daher ist dieser Impfstoff für diese Altersgruppe weiterhin empfehlenswert.

Wer eine Corona-Infektion oder -Erkrankung hatte, sollte 6 Monate später einmal gegen Corona geimpft werden.

 

Sollten Sie Fragen zur Impfung gegen das Coronavirus haben, gehen Sie bitte auf die Internetseite www.zusammengegencorona.de

 

Hotline zum Coronavirus des Bundesministeriums für Gesundheit: 030 / 346 465 100



Stand: 30.04.2021

Ursprungsversion: Jana Kötter, www.hausarzt.digital

Überarbeitung: Michael M. Kochen

Konzeption und wissenschaftliche Redaktion: SLK-Leitungsteam der DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin)

Quelle: DEGAM