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Informationsblatt zum Coronavirus

-- Ursprungsversion: 15.März 2020 --


Update 13.09.2021:

- Abschnitt "Was ist das Coronavirus entfernt?"

- Wichtigkeit der Impfungen herausgestellt

- kleinere Überarbeitungen an Inhalt und Formulierungen um der aktuellen Lage gerecht zu werden


Wichtig:

Die Infektionen mit dem neuen Coronavirus (SARS-CoV-2) verlaufen in Wellen. Die 3. Welle im Winter 2020 und Frühjahr 2021 war unter anderem durch die Alpha-Virusvariante entstanden, nun breitet sich die Delta-Variante aus. Die Varianten sind ansteckender als das bisherige Virus und führen häufiger zu schweren Erkrankungsverläufen.

Bitte denken Sie daran: eine Infektion mit dem Coronavirus könnte bei folgenden Beschwerden vorliegen: Atemwegsbeschwerden (Halsweh, Husten, Schnupfen) und/oder Fieber, Geruchs- und Geschmacksstörungen.

Bin ich am Coronavirus erkrankt?

Jede  Erkrankung mit Zeichen einer Atemwegssymptomen oder Allgemeinbeschwerden (z.B. Fieber) kann eine Infektion mit SARS-CoV-2 sein, besonders wenn Sie Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten. Bleiben Sie zunächst zuhause. Bitte besprechen Sie mit Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin, wo ein Test auf das Coronavirus gemacht werden sollte.

 

Nutzen Sie bitte folgende Kontaktmöglichkeiten:

  • Hausarztpraxis
    Bitte erst Kontakt aufnehmen per Telefon/Fax/E-Mail, um das weitere Vorgehen abzustimmen.
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst, Tel. 116 117
  • lokales Testzentrum, falls verfügbar
  • Gesundheitsamt (Suche nach PLZ)

Wichtig:

Bevor Sie eine ärztliche Praxis betreten, legen Sie bitte einen eng anliegenden (Nasenclip zusammendrücken) Mund-Nasen-Schutz an (wie beim Einkaufen), am besten eine FFP-2 Maske. 

Wer ist durch eine Infektion gefährdet?

Vor allem ältere Menschen, insbesondere mit chronischen Erkrankungen, gehören zu den Gruppen, die öfter schwere Krankheitsverläufe zeigen. Risikofaktoren für einen schweren Krankheitsverlauf sind:

  • Bluthochdruck
  • Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Erhebliches Übergewicht
  • Diabetes mellitus
  • Rauchen
  • Chronische Lungenkrankheiten (aber nicht Asthma)
  • Immunschwäche

Auch  Geimpfte  und  (insbesondere  alte  und/oder vorerkrankte) Menschen, die eine Coronavirus-Infektion überstanden  haben, können sich infizieren. Die Krankheitsverläufe der Geimpften sind meist deutlich milder, jedoch ist eine Ansteckung weiterer Personen nicht ausgeschlossen.

Bei Anzeichen einer Atemwegsinfektion (z.B. Fieber über 38°C, Husten, Atemnot)  setzen Sie sich bitte unverzüglich mit  Ihrem Arzt  bzw. Ihrer Ärztin in Verbindung, in bedrohlichen Notfällen mit dem Rettungsdienst (Tel. 112).

Wie kann ich mich und andere schützen?

Befolgen Sie die AHA-Regeln:

  • A - Abstand halten
    Wenn Sie mit Menschen aus anderen Haushalten zusammentreffen, dann nach Möglichkeit im Freien. Halten Sie grundsätzlich – vor allem in geschlossenen Räumen – einen Abstand von mindestens 1,5 m von anderen Personen ein und sorgen Sie für gute Raumlüftung. 
  • H - Hygiene
    Häufiges Händewaschen mit Wasser und Seife oder Händedesinfektion mit einem alkoholischen Gel (in Drogeriemärkten erhältlich).
    “Korrektes” Husten/Niesen mit einem Taschentuch vor Mund und Nase (danach entsorgen) oder Husten/ Niesen in den oberen Teil des Ärmels – nicht in die Hände!

  • A - Mund-Nasen-Schutz tragen
    Tragen Sie den Mund-Nase-Schutz wie vorgeschrieben: beim Einkaufen, in öffentlichen Verkehrsmitteln und auf entsprechend ausgewiesenen öffentlichen Plätzen (insbesondere bei dichter Menschenansammlung) und auch bei privaten Kontakten mit älteren und schutzbedürftigen Personen, die einer Risikogruppe angehören.
    Am besten (und häufig vorgeschrieben) sind medizinische Masken: FFP-2 sind besser als der chirurgische Mund-Nase-Schutz. Die Masken müssen eng anliegen, damit sie schützen.
  • L - Lüften
    Je mehr Menschen sich in einem geschlossenen Raum aufhalten, desto häufiger sollte gelüftet werden (mehrmals die Stunde). Querlüften (mit Durchzug) und Stoßlüften (alle Fenster weit öffnen) schaffen einen guten Luftaustausch und kühlen den Raum nicht wesentlich ab. Gekippte Fenster sind nur im Sommer bei höheren Temperaturen wirksam.
  • C - Corona-Warn-App
    Nutzen Sie die Corona-Warn-App und teilen Sie ein ggf. positives Testergebnis. Je mehr Menschen sie nutzen, desto schneller werden Kontaktpersonen von Erkrankten darüber informiert, dass sie selbst infiziert sein könnten.
  • Wenn Sie krank sind, bleiben Sie zu Hause und holen Sie sich telefonisch/elektronisch hausärztlichen Rat ein.
  • Wurde bei Ihnen ein Test durchgeführt? Bleiben Sie bis zum Testergebnis in häuslicher Isolierung
  • War Ihr Test negativ, oder hat man bei leichten Beschwerden auf einen Test verzichtet? Bleiben Sie zu Hause, bis Sie keine Beschwerden mehr haben. Ziel ist es, andere nicht anzustecken. Bitte vermeiden Sie bei Krankheitssymptomen ganz besonders den Kontakt zu älteren Menschen und Risikopersonen.

Bin ich gegen das Coronavirus immun?

Wenn Sie nachweislich mit dem Coronavirus infiziert bzw. an COVID-19 erkrankt waren, können Sie von einer Immunität ausgehen (d.h. sie sind vor einer erneuten Ansteckung geschützt). Es ist zum aktuellen Zeitpunkt allerdings nicht bekannt, wie lange diese Immunität beim Einzelnen anhält. Die  momentan verfügbaren Antikörpertests bringen keine weitere Sicherheit und sollten nicht zur Klärung der Immunität bei einzelnen Menschen eingesetzt werden. Sie machen nur im Rahmen von Studien Sinn.

Impfungen

Impfungen sind der beste Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf und können die Pandemie beenden helfen, wenn weltweit genügend Menschen geimpft sind.  Auch in unserem Land kann durch eine hohe Durchimpfungsrate die Infektionswahrscheinlichkeit für alle entscheidend verringert werden.

 

Die vier in Deutschland zurzeit verwendeten Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Janssen sind zur Verhinderung schwerer Verläufe ähnlich gut wirksam. Die sehr seltenen schweren Thrombosen (Gefäßverstopfungen) bei gleichzeitiger Blutungsneigung durch Mangel  an Blutplättchen treten überwiegend bei jüngeren  Menschen nach einer Impfung mit den Impfstoffen von AstraZeneca (Vaxzevria) und  Johnson&Johnson  bzw.  Janssen-Cilag (Covid-19-Vaccine Janssen) auf. Sie haben nichts mit den “üblichen” Thrombosen zu tun. Bei Menschen, die 60 Jahre alt und älter sind, treten sie noch seltener auf, zudem ist hier die Gefährdung durch eine COVID-19-Erkrankung deutlich höher als bei Jüngeren. Daher ist dieser Impfstoff für diese Altersgruppe weiterhin empfehlenswert – und sollte genutzt werden. Wer eine Corona-Infektion oder -Erkrankung hatte, sollte frühestens 6 Monate danach einmalig gegen Corona geimpft werden. Zu weiteren Auffrischungsimpfungen können wir derzeit noch nichts sagen.

 

Sollten Sie Fragen zur Impfung gegen das Coronavirus haben, gehen Sie bitte auf die Internetseite www.zusammengegencorona.de

 

Hotline zum Coronavirus des Bundesministeriums für Gesundheit: 030 / 346 465 100



Stand: 09.07.2021

Ursprungsversion: Jana Kötter, www.hausarzt.digital

Überarbeitung: Michael M. Kochen

Konzeption und wissenschaftliche Redaktion: SLK-Leitungsteam der DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin)

Quelle: DEGAM